Die Idee

Eine Gruppe leidenschaftlicher Studierender sitzt in der Mensa des nah-östlichen Erfurts zusammen und diskutiert: manchmal über das Essen, meistens aber über politische und gesellschaftliche Themen, die die Regionen Westasiens und Nordafrikas betreffen. Inzwischen leben und arbeiten wir alle in unterschiedlichen Städten und Ländern, aber die Diskussionen und der Austausch bleiben und wir wollen sie nach außen tragen – warum nicht in Form eines Podcastes?

Unser Fokus

Geographisch gesehen widmen wir uns dem Raum Westasien und Nordafrika. In dieser riesigen und sehr kontrastreichen Region können wir uns niemals als “Nahostexpert*innen” bezeichnen, aber wir ergänzen uns als Team mit unterschiedlichen regionalen Schwerpunkten. Dazu gehören Themen und Fragen, die nicht unbedingt im Fokus der medialen Berichterstattung liegen, jedoch die Gesellschaft und Politik der Menschen maßgeblich prägen. Wir wollen die persönlichen Geschichten dieser Menschen in den Vordergrund rücken und ihnen in einem gemeinsamen Dialog eine Stimme geben. Unser Credo: Talk less, listen more.

Dafür stehen wir

Obwohl die europäischen und nahöstlichen Kulturen stark voneinander geprägt sind, treffen wir oft auf Erstaunen, wenn wir von unseren Erfahrungen und Reisen berichten. Besonders Migrant*innen aus der Region werden zum Politikum gemacht, jedoch selten in einen Dialog miteinbezogen. Unser Anspruch? Informieren, miteinander diskutieren, Stereotype abbauen und gängige Bilder hinterfragen. Dabei muss nicht immer alles 100% politisch korrekt sein. Wir spielen selbst gerne Mal mit Klischees und bringen eine gute Portion Zynismus ein, aber uns ist wichtig, dass der respektvolle Umgang mit den verschiedenen Kulturen und Menschen gewahrt bleibt.

Naher Osten, WANA*, MENA** – Was ist denn jetzt eigentlich korrekt?

Sprache beeinflusst unser Denken und soziales Handeln. Deswegen haben wir den Anspruch (selbst)kritisch mit Begrifflichkeiten zu sein und sind der Überzeugung, dass wir an unseren Aufgaben und neuen Perspektiven nur wachsen können. Ob der Osten nun Nah, Mittel oder Fern ist – diese Bezeichnungen sind Ausdruck einer eurozentrischen Perspektive auf eine Region, die noch immer stark vom Kolonialismus geprägt ist. Daher ist es uns wichtig, die geographisch korrekte Bezeichnung Westasien und/oder Nordafrika zu benutzten. Mehr dazu in der Folge Orientalismus

Und warum heißt ihr dann NAHOSTCAST? Gute Frage. Zum einem ist es ein griffiger Name, bei dem jeder, auch außerhalb der Blase von Nahoststudierenden und abseits von political correctness, weiß worüber wir sprechen. Wir wollen auch Menschen erreichen, die sich nicht in akademischen Kreisen bewegen und mit den Begrifflichkeiten nichts anfangen können. Zum anderen konnten wir uns nach internen Diskussionen auf keine gute Alternative einigen. Immerhin haben wir schließlich auch alle mal im Nahen Osten studiert – nämlich in Erfurt. Vielleicht ist das keine ausreichende Begründung, aber wenigstens eine versuchte Erklärung.

*West Asia & North Africa
**Middle East & North Africa