Libanons Tripoli – unbekannte Stadt mit Charme

Tripoli ist die zweitgrößte Stadt im Libanon, 85 Kilometer nördlich von Beirut, und eine noch relativ touristisch unentdeckte Perle. Wir machen uns im Nahostcast mit euch auf den Weg, um die Stadt zu erkunden – und zwar zu einer magischen Zeit: Während des Fastenmonats Ramadan.

Die Hallab Brüder sind seit 1881 in Tripoli ansässig. Ihre Spezialität ist es, orientalische Süßigkeiten außergewöhnlich zu kombinieren. Sie servieren beispielsweise cremige Ashta-Eiscreme mit Pistazienstücken zwischen zwei Baklava-Teighälften (die sogenannte Ward Tripoli, die Rose Tripolis).

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Etwas traditioneller ist das Karbouj Ramadan: Klebriger Maamoul Teig mit Pistazien gefüllt, gekrönt mit Ashta, einer speziellen, sahneartigen Creme. Diese Süßigkeit liegt auf großen runden Tellern im Suq aus – ist allerdings eine Spezialität, die es nur zu Ramadan in die Läden schafft.

 

Eine historische Institution in Tripoli ist die Awaida Familie: Seit 1880 stellen sie aus Oliven-,Palm- und Kokusnussöl Seife her. Walid Taybe arbeitet hier gemeinsam mit seinen Onkeln und hat das Seifenmachen von seinem Großvater gelernt. Im Podcast zeigt er uns die Maschine, mit der er Seife schneidet und erzählt, dass die Seife nach der Produktion mindestens 90 Tage an der Luft trocknen muss.
 
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Weiter geht es zu einem Ort, der ein großer Kreis auf der Karte ist: Rachid Karami. Ist die Besuchszeit mit dem Sicherheitsbeamten am Eingang verhandelt, wartet ein 10.000 Hektar großer Park mit gemähtem Rasen und Jasminbäumen auf. Das Gelände ist nicht nur charmantes Ziel für Jogger*innen, Tourist*innen und Hundebesitzer*innen, sondern auch ein verlassenes Messeglände – mit ziemlich viel Beton.

Das Messegelände sollte mehr als 2 Millionen Menschen jährlich nach Tripoli ziehen. Es war ein wichtiges Stadtentwicklungsprojekt und Teil der Dezentralisierungspolitik des damaligen Präsidenten Fouad Chehab. Der brasilianische Architekt Oscar Niemeyer kam 1962 in den Libanon und verbrachte einen Monat in Tripoli. Es gefiel ihm so gut, dass er das Gelände entwarf. Doch dann stoppte der Libanonkrieg (1975-1990) das Projekt.

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In den verlassenen Hallen präsentierte sich im vergangenen September zum ersten mal moderne Kunst mit dem Titel “Cycles of Collapsing Progress”. Die Zyklen des Verfalls hinterlassen Spuren an den Betonbauten, die weiter karbonieren. Und auch wenn es die Menschen den Platz beleben, so ist es für manche Bauten bereits zu spät. Das als Theater geplante Plateau mit Plastikstühlen ist bereits gesperrt – wegen Einsturzgefahr.

Für Informationen über die Geschichte Tripolis und weitere Sehenswürdigkeiten:
Der Tourguide des Tourismus Ministeriums zum Download


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